Hallo ihr Lieben,
Ich hoffe, es geht euch gut! In der letzten Zeit ist viel passiert von dem ich euch jetzt erzählen möchte.
Anfang Dezember ist Maries Mutter aus Frankreich zu Besuch gekommen und die beiden sind etwas durch Kambodscha gereist. Auf ihrer Reise waren sie noch einmal drei Tage in Croap und dann wurde es auch schon Zeit Baba zu sagen. Marie ist es wirklich schwergefallen, sich von allen hier und von Kambodscha im Allgemeinen zu verabschieden und so sind viele Tränen geflossen. Auch mir ist der Abschied schwergefallen – schließlich ist Marie zu einer echten Freundin für mich geworden und ich werde sie sehr vermissen! Den Abschied erleichtert aber hat die Tatsache, dass wir schon ausgemacht haben, uns gegenseitig zu besuchen, wenn ich wieder in Europa bin und auch, dass Marianne, die Schweizer Volontärin, da war. Marianne ist Lehrerin und hat einen Teil ihrer Bildungskarenz dazu genutzt, für fünf Wochen in Croap zu helfen. Für mich war es sehr schön, jemanden zu haben, mit dem ich mich auf Deutsch über alles austauschen konnte. Es war auch mal wieder nett, mit jemanden im Alter meiner Eltern zusammenzuwohnen und auch beispielsweise gesagt zu bekommen, man solle im Bett bleiben, anstatt aus reinem Pflichtbewusstsein krank arbeiten zu gehen. Marianne ist außerdem handwerklich begabt und so haben wir ein kleines Projekt gestartet: Sie hat den Kindern in der Schule, den Frauen der Women’s Group und auch mir häkeln beigebracht und wir haben dann den Versuch gestartet, weggeworfene Plastiksackerl zu sammeln, zu waschen, in Streifen zu schneiden und damit Untersetzer oder ähnliches zu häkeln. Fotos davon gibt es unten. Es wäre toll, wenn ich dieses Nachhaltigkeits Projekt weiterführen könnte und wir dann die Untersetzer und ähnliches im Café auf der Demonstration Farm verwenden könnten.
Außerdem hatten wir jetzt für zehn Tage Besuch von einer großen Gruppe Medizinstudenten und Studentinnen aus Singapur und Phnom Penh, die in die umliegenden Dörfer gehen und über Krankheiten und Hygiene aufklären. Die Gruppe war sehr lieb und es war schön, das sonst doch eher ruhige Projekt so voller Leben zu sehen. Zum Abschied haben sie uns noch einen erste Hilfe Koffer und Medikamente dagelassen, worüber ich mich wie ein kleines Kind gefreut habe. Den Kindern passieren beim Spielen nämlich immer mal wieder kleine Unfälle und ich konnte nicht mal die kleinsten Wunden verarzten, weil die einzige medizinische „Ausrüstung“ die wir haben, Paracetamol ist. Das ist noch so ein kleines Projekt von mir: Ich würde es toll finden, wenn wir unsere Möglichkeiten an medizinischer Erstversorgung verbessern würden: mehr Erste-Hilfe-Koffer, Defis, ein Erste-Hilfe-Kurs für alle MitarbeiterInnen… Mal sehen, was sich da machen lässt 😉
Dieser Advent war definitiv anders als sonst. Es ist etwas skurril, Fotos von Freunden am Glühweinstand zu sehen, während man selbst bei über 30 Grad unter einer Palme sitzt. Dennoch sind immer mal wieder kleine Adventsmomente aufgeblitzt: so habe ich beispielsweise einen Adventskalender von meiner Mama bekommen, bunte Lichterketten wurden aufgehängt und beim Khmer Cake backen haben wir Remixes von Weihnachtsliedern gehört – mit unglaublich viel Bass.
Da in Croap Weihnachten nicht wirklich gefeiert wird, wurde ich vor ein paar Wochen von Bruder Noel eingeladen, die Weihnachtsfeiertage in Prieb So, der Jesuitenmission in Phnom Penh zu verbringen. Dieser Einladung bin ich gerne gefolgt und bin jetzt schon seit Donnerstag hier. Am Donnerstag musste ich mich leider auch schon wieder von Marianne verabschieden. Ich werde sie und ihre tatendurstige Art vermissen. Am Freitag hatte ich außerdem die Möglichkeit, auf dem Weihnachtsausflug der MitarbeiterInnen der Jesuitenmission mitzufahren: Es ging in einen Nationalpark mit wunderschönen Pinienwäldern! Dort durfte ich auch die Erfahrung machen, dass man beim Überreichen von Weihnachtsgeschenken eine ordentliche Ladung an Babypuder ins Gesicht geschmiert bekommt – als Segen.
A propos Segen – wir befinden uns ja gerade in der schönen Zeit des Advents, den ihr hoffentlich alle bisher nicht nur als hektische, sondern auch achtsame Zeit erlebt habt. Da Weihnachten vor der Tür steht, möchte ich dies als Gelegenheit nutzen und euch hier nochmal auf das Spendenkonto meines Jahrgangs aufmerksam machen. Vielleicht habt ihr ja ganz im Sinne der Weihnacht die Möglichkeit, etwas für die tollen Projekte zu spenden.
Wie genau ich Weihnachten verbracht habe, lest ihr dann schon im nächsten Jahrzehnt (Oag, oder?).
Bis dahin wünsche ich von ganzem Herzen Frohe Weihnachten, eine schöne Zeit mit den Menschen, die euch wichtig sind und einen guten Rutsch!

die gewaschenen Plastiksackerl werden getrocknet 
unser fertiges „Garn“ 

so sehen die fertigen Untersetzer aus 
die Kinder üben noch mit Wolle 
Khmer Cake machen mit Marianne, Marie, Maries Mutter Carine und den Frauen der Womens Group 
die Frauen der Womens Group mit Marianne 
Borey kocht traditionelles Khmer Essen 
Meine Babypuder Segnung 
Die MitarbeiterInnen der Jesuitenmission in Phnom Penh 
Messe in Phnom Penh 
am Ufer des Mekongs in Phnom Penh
Danke für den wunderbaren Einblick in diese Welt! Großartig, was Du da in Sachen Nachhaltigkeit und Gesundheit „anzettelst“ 🙂
Gesegnete Weihnachten und starte gut ins neue Jahr 2020!
Alles Liebe,
Anna.
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Dankeschön! 😘 Euch auch einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Alles Liebe,
Beni
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