Von Sonnenuntergängen und neuen Freunden

Hallo ihr Lieben,

Ich hoffe, ihr seid alle gut im neuen Jahr angekommen. Seit meinem letzten Eintrag ist wie immer viel geschehen und ich will euch heute kurz erzählen wie ich Weihnachten und Silvester verbracht habe und was sonst noch so passiert ist.

Wie ihr bereits wisst, habe ich die Weihnachtsfeiertage in Phnom Penh in der Jesuitenmission verbracht. In dieser Zeit habe ich mehr als sonst an Daheim und meine Familie und FreundInnen gedacht, schließlich war es für mich das erste Weihnachten, das ich allein weg von zu Hause verbracht habe. Wirklich allein war ich aber allerdings nicht, schließlich war ich ja in der Jesuitenmission und dort gibt es viele liebe Menschen. An Heiligabend selbst habe ich auch noch mit meiner Familie geskyped und sogar mit ihnen Weihnachtslieder gesungen, was sehr schön war und gut gegen das zarte Heimweh geholfen hat. Am 25. hatten wir dann gleich zwei Geburtstage zu feiern, den von Jesus und den von Bruder Noel, der 80 Jahre alt geworden ist. Wir haben eine schöne Messe auf Khmer besucht und dann in der Jesuitenmission Partyspiele gespielt, die mich stark an Kindergeburtstage erinnert haben: Wir wurden in Teams aufgeteilt und Bruder Noels Team hat verdienterweise gewonnen : ) Alles in allem waren es also wirklich schöne Weihnachten.

Silvester dann habe ich als Anlass genutzt, ein bisschen über das vergangene Jahr zu reflektieren und bin zum Schluss gekommen, dass 2019 das ereignisreichste Jahr meines Lebens war. Vieles ist passiert worauf ich stolz oder wofür ich dankbar sein kann. Den Silvesterabend habe ich dann ganz gemütlich mit Borey, Vanny und Vannys Freund Heang verbracht. Als es 00:00 war, haben alle unsere Handys andere Uhrzeiten angezeigt, also haben wir einen Countdown improvisiert, uns umarmt und sind schlafen gegangen. Alles in allem also nicht spektakulär, aber voll okay. Khmer New Year ist übrigens im April und da ist dann anscheinend drei Tage lang Party angesagt.

Anfang Jänner ist Irmgard zu Besuch gekommen! Zur Erinnerung: Irmgard ist Montessorilehrerin und jene Frau, die die Schule hier gegründet hat. Sie kommt jedes Jahr einmal hier her, um ein Teacher Training abzuhalten und dieses Jahr hat sie gleich noch ein paar ihrer SchülerInnen, den Zivi und ihren Sohn Johannes mitgenommen. Beim Teacher Training kommen um die zwanzig LehrerInnen aus dem ganzen Königreich und werden in einer Woche näher mit der Montessoripädagogik vertraut gemacht und können auch eigenes Material herstellen. Ich habe mich seit Monaten auf diesen Besuch gefreut und es war wirklich schön sie wiederzusehen. Es war eine intensive, aber sehr schöne Woche. Intensiv deshalb, weil es schonmal anstrengend sein kann, wenn zusätzlich zu zwanzig Kindern noch einmal 30 Personen in der Schule sind und ich viel auch außerhalb meiner Arbeitszeiten zu organisieren hatte. Das habe ich aber an sich gern gemacht und außerdem viel Neues gelernt. Auch sonst habe ich mich richtig gut mit den Kindern bzw. Jugendlichen verstanden, wir waren wieder beim Wasserfall, haben ganz spontan eine Pizzaofen gebaut und sind zur kambodschanischer Musik abgegangen. Letzteres zählt übrigens weiterhin zu meinen Lieblingsbeschäftigungen hier.

Irmgards Sohn Johannes wird für ein Jahr hier in Croap bleiben, um diverse Projekte umzusetzen und zum ersten Mal habe ich dadurch eine realistische Chance, meine Vision eines plastikfreien Croaps Wirklichkeit werden zu lassen. Johannes hat da nämlich ähnliche Vorstellungen wie ich und gemeinsam mit den anderen MitarbeiterInnen können wir denke ich Stück für Stück unsere Ideen wahr werden lassen. Außer Johannes haben wir noch einen weiteren Zugang: Khun. Sie ist die Tochter eines Mitarbeiters, neunzehn Jahre alt und nun auch meine neue Mitbewohnerin. Sie war selbst mal Schülerin in Soriya und wird morgens helfen, die Kindergartenkinder zu unterrichten. Das ist toll, weil sie alle Materialien kennt und zudem ein sehr lieber Mensch ist. Ich freue mich sehr, jetzt mit ihr eine neue Mitbewohnerin und Freundin zu haben.

Ansonsten hat sich auch ein bisschen mein Arbeitsalltag verändert: Ich arbeite nicht mehr fünf Tage in der Schule sondern hab auch jetzt Zeit, meine anderen Projekte umzusetzen. So gebe ich jetzt dreimal pro Woche den Frauen der Womens Group Englisch Unterricht, arbeite bei der Planung des Cafes mit und werde in Zukunft hoffentlich auch auf der Demonstration Farm helfen können.

Heute bin ich dankbar für Johannes und Khun, den Pizzaofen und die irre schönen Sonnenuntergänge.

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